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Therme nach Tattoo

28. February 2018 | Text: Melanie Lipic
Ein verspielter Schriftzug im Nacken, der Buddha auf dem Unterarm, knallbunte Blumenmotive, die sich am Wadl entlang ranken: Bei vielen Tattoos wird mit Tinte und Farben nicht gespart. Was beim Tätowieren mit der Haut passiert und wann man danach wieder im Thermalwasser plantschen darf, verrät uns Hautexperte Spiro Silvester Schuller.

Warum ist die Haut nach dem Stechen eines Tattoos angegriffen?

Beim Tätowieren werden über viele kleine Nadelstiche unterschiedliche Farbsubstanzen, also Pigmente, in die Dermis, die Lederhaut, eingeschleust. Diese Hautschicht wird durch ein komplexes Gefäßsystem versorgt, das dem Austausch von Wasser, Stoffwechselprodukten, Botenstoffen sowie Zellen dient und zur Abwehr von Fremdorganismen und Antigenen entzündlich reagieren kann. 

Da es sich bei den Farbstoffen um Fremdsubstanzen handelt, kommt es durch Aktivierung von Abwehrzellen zu einer Entzündungsreaktion. Die Pigmente werden durch sogenannte „Fresszellen“ teilweise abtransportiert sowie teilweise eingekapselt und bleiben nach einer Abheilungszeit von etwa zwei Wochen als permanente Tätowierung zurück.
Im Normalfall dauert es wie schon gesagt circa zwei Wochen, bis ein Tattoo abgeheilt ist und man wieder in die Therme oder Sauna darf.
Dr. Schuller

Stichwort: Zeitfaktor. Wie lange sollte man Thermalwasser, Saunagänge und Massagen meiden, nachdem man sich ein Tattoo hat stechen lassen?

Im Normalfall dauert es wie schon gesagt circa zwei Wochen, bis ein Tattoo abgeheilt ist und man wieder in die Therme oder Sauna darf. Nachdem es sich bei einer Tätowierung um eine Entzündungsreaktion durch eine Verletzung handelt, ist die natürliche Hautbarriere, welche unseren Körper normalerweise vor äußeren Umwelteinflüssen schützt, gestört. 

Es handelt sich hierbei im Prinzip um eine offene Wunde, welche eine Eintrittspforte für verschiedene Keime sein kann, die in weiterer Folge zu gefährlichen Superinfektionen führen können. Vermehrtes Schwitzen, Schwimmbad-Benützung, Massagen etc. sind Situationen, bei welchen vor allem in den ersten zwei Wochen nach einer Tätowierung ein erhöhtes Risiko besteht, eine derartige Infektion zu bekommen.

Bei welchen Anzeichen sollte man nach dem Tätowieren einen Arzt aufsuchen?

Natürlich ist eine frische Tätowierung gerötet, geschwollen und schmerzt anfangs – je nach Größe und Lokalisation mehr oder weniger. Bei normaler Wundheilung sollte dies jedoch von Tag zu Tag besser werden. Eine plötzlich auftretende Verschlechterung in Form von zunehmenden Schmerzen oder Schwellung und insbesondere das Auftreten von Fieber oder Schüttelfrost gelten als Alarmzeichen und sollten keinesfalls ignoriert werden. 

Gelegentlich werden kontaktallergische Reaktionen auf bestimmte Farbsubstanzen – insbesondere Quecksilberverbindungen, welche für die Farbe Rot verwendet werden – beobachtet. Menschen mit Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Lichen ruber sollten wissen, dass eine Tätowierung ein (meist lokales) Aufflammen dieser Erkrankungen verursachen kann, was als Köbner-Phänomen bezeichnet wird.

Sollte man Thermalwasser oder Solebäder nach dem Tätowieren aus irgendeinem Grund länger meiden als „normales“ Wasser in einem Badesee?

Nein – wichtig ist, dass das Tattoo gut verheilt ist, bevor man mit derartigen Aktivitäten wieder beginnt.

Noch ein letzter Tipp?

Da UV-Strahlung auch gesunde Haut schädigen kann, sollte eine frische Tätowierung unbedingt vor der Sonne geschützt werden – am besten durch Tragen von Kleidung, die die tätowierte Haut bedeckt. Ganz allgemein besteht bei frisch verheilten Wunden immer die Gefahr der Hyperpigmentierung, sprich einer bräunlichen Färbung des Areals durch die Sonneneinstrahlung. 
Dr. Spiro Silvester Schuller ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie. Spezialisiert auf Dermatochirurgie, ästhetische Hautchirurgie und minimal invasive Venentherapie leitet er die Privatordination venex – Zentrum für Haut & Venen, Ästhetische Hautchirurgie in Wien. www.venex.at

Fotocredits:
Frau mit Tattoo: kasto / 123RF Standard-Bild
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Über den Autor
Melanie Lipic
Melanie hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Wellness. Für Thermencheck.com zieht sie ihre Schwimmrunden durch die Thermalwasser-Welt und bloggt am liebsten über (ent)spannende Facts und alles, was den Thermenbesuch schöner macht. Sie selbst kann im Whirlpool, bei Massagen und auf der Yogamatte am besten abtauchen und die Seele baumeln lassen.
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