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Was ist Thermalwasser?

15. February 2018 | Text: Melanie Lipic
Woher es kommt, was in ihm steckt und warum das Plantschen im Thermalwasser uns so gut tut. Eine Schwimmrunde durch spannende Daten und Fakten.
  1. Thermalwasser, Heilwasser & Sole - Definition
  2. Thermalwasser Wirkung
  3. Bewegung im Thermalwasser
  4. Wellness im alten Rom

Thermen sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon die Römer nutzten Mineral- und Thermalquellen sowie Dampf zur Erholung und zu therapeutischen Zwecken. Und wie! Eine Zählung ergab, dass es um 400 nach Christus allein in Rom elf öffentliche Thermen, dazu über 850 Privatbäder gab. In der römischen Kaiserzeit erreichte der Thermen-Hype in der ewigen Stadt seinen Höhepunkt. Denn zu Prestigezwecken ließen die Herrscher immer größere und luxuriösere öffentliche Thermenanlagen bauen.
Thermalquelle im alten Rom
Schon im alten Rom schätzte man die Wirkung des Thermalwassers

1) Thermalwasser, Heilwasser & Sole - Definition

Wurden in Rom vulkanische Thermalquellen genutzt, wird Thermalwasser heute mit modernstem Gerät aus natürlichen Quellen aus Tiefen von mehr als 1.000 Metern gefördert.

Die Bezeichnung Thermalwasser ergibt sich aus der Wassertemperatur. Wenn beim Quellaustritt eine Temperatur von mindestens 20 Grad Celsius herrscht, bezeichnet man dieses als Thermalwasser. Der Terminus Heilwasser ergibt sich, wenn bereits kleinste Mengen eines Quellwassers zu einer wissenschaftlich anerkannten Heilwirkung führen. Wichtig ist hier auch ein Mindestgehalt von 1 Gramm gelöster fester Stoffe pro Liter Wasser. 

Somit kann Thermalwasser immer auch als Heilwasser bezeichnet werden. Umgekehrt ist es aber so, dass ein Heilwasser nicht unbedingt ein Thermalwasser sein muss, wenn es beim Quellaustritt nicht die geforderten 20 Grad Celsius hat. (Quelle: ZWT Graz, Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin, Badewasserprüfung)

Von Sole spricht man, wenn der Salzgehalt im Wasser sehr hoch ist. Die Salzkonzentration ist dabei natürlichen Ursprungs und kann bis zu 6 % hoch sein.

1.1) Thermalwasser Chlor

In der Regel muss man davon ausgehen, dass auch das Wasser in einem Thermalbad mit Chlor behandelt wird – natürlich in geringer Menge. So ist bei uns in Westeuropa im Badewasser nicht mehr Chlor erlaubt als im Trinkwasser. Wenn man den Geruch von Chlor wahrnimmt, handelt es sich um sogenanntes gebundenes Chlor. Dies passiert, indem das Chlor „Wasserverunreinigungen“ bindet. Lt. Bäderhygienegesetz muss die Wasserqualität täglich analysiert werden. Anmerkung: Bei Solebädern bzw. Salzwasserbecken muss kein Chlor zugesetzt werden, da hier das Salz eine desinfizierende Wirkung übernimmt.

1.2) Radioaktives Thermalwasser

In der Tat, es gibt auch radioaktives Thermalwasser. So gibt es einige Thermalquellen, in denen Radon (ein Edelgas) nachgewiesen wurde. Radon wird vom Körper leicht aufgenommen und kann wohldosiert gute Dienste für die Gesundheit leisten. So soll es das Immunsystem stabilisieren und Zellen dabei unterstützen sich selbst zu regenerieren.

2) Wie wirkt Thermalwasser

Meist enthält das Thermalwasser aus der Tiefe viele Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Sulfate, Jod oder Kohlendioxid oder den nach faulen Eier müffelnden Schwefelwasserstoff. Dieses angereicherte Heilwasser ist bei genügend hohen Konzentrationen gesundheitsfördernd und hilft bei diversen Erkrankungen. Das ist medizinisch bewiesen. Kohlensäure steigert etwa die Durchblutung, Schwefelbäder lindern Hautprobleme oder Rheuma - anerkannt ist die Wirkung von Thermalbädern mit hohem Schwefelanteil auch bei Neurodermitis wie auch bei Schuppenflechte oder Akne. Sulfatwasser tut vor allem den Organen im Oberbauch und den Harnwegen gut. 

Aktuelle Studien belegen auch eine stressmindernde Eigenschaft von Thermalwasser. So führt bereits ein ca. 25-minütiges Bad zu einer deutlichen Senkung des Kortisol-Gehalts im Speichel. Kortisol ist ein Stresshormon mit negativer Wirkung. Auch der Schwefelgehalt hat positive Auswirkungen. Schwefelwasser wirkt gegen freie Radikale und vermindert gesundheitsschädliches Cholesterin im Blut. (Quelle: Studie aus 2011, die vom Landesklinikum St. Pölten gemeinsam mit der medizinischen Universität Graz im steirischen Thermenland durchgeführt wurde.)

2.1) Kuren im Thermalbad

Auf mehrwöchigen Kuren wird das Heilwasser zu therapeutischen Zwecken genutzt. Bei Bädern, Trinkkuren oder Heilwasser-Inhalation kann das mineralstoffhaltige Wasser seine volle Wirkung entfalten und je nach Schwerpunkt Beschwerden rund um den Bewegungsapparat, Durchblutungsstörungen sowie Haut-, Herz- und Kreislauferkrankungen lindern. 
Interessant: Auch solche Badekuren gab es schon in der Römischen Antike – mit recht modernen Parallelen. So spottete der römische Dichter Martial über Kurschatten und untreue Ehefrauen. Sein Schriftsteller-Kollege Seneca beschwerte sich über Lärm.

2.2) Thermalwasser trinken

Neben Bädern kann Thermalwasser auch in Form von Trinkkuren – in seltenen Fällen auch als Inhalationskuren – genutzt werden. Solche Trinkkuren wirken sich oft positiv und reinigend auf die Schleimhäute im Verdauungstrakt aus – und können somit Linderung bei Magen-Darm-Erkrankungen bewirken. Aber auch bei Stoffwechselerkrankungen oder Diabetes können solche Kuren hilfreich sein. Einige Thermen haben sich auf dieses Thema spezialisiert und bieten solche Trinkkuren – oft auch in Zusammenhang mit Heilfasten.

2.3) Thermalwasser Nebenwirkung

Es gibt medizinische Indikationen, wo man vor dem Baden im Thermalwasser mit seinem Arzt sprechen sollte. Hierzu gehören zum Beispiel Herz-Kreislauf Erkrankungen, Bluthochdruck, Venenentzündungen, Erkrankungen der Nieren oder der Leber sowie einige chronische Krankheiten. 

2.4) Thermalwasser Schwangerschaft

Wir haben mit dem Wiener Gynäkologen Dr. Ronaghi gesprochen und das Thema Thermalwasser Schwangerschaft im Zuge unseres Blogartikels Therme und Schwangerschaft detailliert beleuchtet. 

2.5) Thermalwasser Baby

Auch zum Themengebiet „Thermalwasser Baby“ gibt es vertiefende Infos von der renommierten Kinderärztin Dr. Czernin in unserem Artikel Therme mit Baby!
Thermalwasser als Lebensquell
Wasser - vielfältiges Element mit gesundheitsfördernder Wirkung

3) Fit im Wasser - Thermalwasser und Bewegung

Die heutigen Thermen sind weitläufige Wellness-Landschaften, die mit Erlebnis-Qualität punkten. Man kann gegen Strömungen schwimmen, im Whirlpool relaxen, spektakuläre Rutschen und sogar Bäche hinuntersausen. Im Thermalwasser verschwimmen Training, Erholung und Spaß. Denn wer sich im Wasser bewegt, trainiert Muskeln und Kreislauf ohne die Gelenke zu belasten – ein großer Vorteil bei Übergewicht oder Osteoporose. Ein weiteres Plus: Das Plantschen im warmen Thermalwasser wirkt nicht nur entspannend auf den Körper, sondern auch auf den Geist. 
Frau relaxed im Thermalwasser
Thermalwasser - eine Wohltat für Körper & Geist

4) Wellness im alten Rom

Die „Kaiserthermen“ waren richtige Wellness-Paläste für’s Volk: Prächtige Säulen, bunte Marmorböden, stuckverzierte Decken, Brunnen und Wandmalereien sorgten für das perfekte Ambiente. In Schwimmbecken, Dampfbädern und Sportanlagen im Freien tummelten sich römische Bürger aller Alters- und Gesellschaftsklassen. In Bibliotheken und Imbissen kam das geistige und leibliche Wohl nicht zu kurz. Angebotene Dienstleistungen wie etwa Massagen, Maniküre und Schönheitspflege zeigen, dass die Thermen schon damals Erholungs- und Gesundheitspflege-Hotspots waren und nicht nur der Körperreinigung dienten.
Foto Credits:
Frau mit Wasser: subbotina/123rf.com
Römisches Bad: Anthony Brown/123rf.com
Wassertropfen: lim_atos/123rf.com
Frau mit weißem Bikini: rido/123rf.com
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Über den Autor
Melanie Lipic
Melanie hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Wellness. Für Thermencheck.com zieht sie ihre Schwimmrunden durch die Thermalwasser-Welt und bloggt am liebsten über (ent)spannende Facts und alles, was den Thermenbesuch schöner macht. Sie selbst kann im Whirlpool, bei Massagen und auf der Yogamatte am besten abtauchen und die Seele baumeln lassen.
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