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Saunaarten und ihre Wirkung

16. January 2019 | Text: Johannes Wouk
Römer, Finnen, Russen, Türken und sogar die Iren haben in den tausenden Jahren seit Erfindung des Feuers ganz unterschiedliche Arten des Schwitzens für sich entdeckt und eine Unzahl von Sauna-Arten und Aufgüssen erfunden.
  1. Saunaarten Wirkung - wie wirkt eine Saua?

  2. Welche Saunaarten gibt es?

  3. Welche Dampfbäder gibt es?

  4. Welche Aufgussarten gibt es?

Damit ihr bei der gewaltigen Auswahl an entspannenden Sauna-Arten nicht den Überblick verliert, haben wir Thermenchecker euch hier mal die wichtigsten zusammengestellt.

1) Wie wirken die verschiedenen Saunatypen?

Ganz allgemein kann man sagen, dass Saunieren, egal in welcher Form, viele positive Auswirkungen auf Körper und Seele hat. Man kann durch den Saunabesuch Erkältungen vorbeugen und die Atemwege befreien, sich einfach nur entspannen während der Körper entgiftet, die Durchblutung und den Kreislauf ankurbeln, seine Haut reinigen und auch lästige Verspannungen lösen. Mehr dazu findet ihr in unserem Artikel Sauna und Gesundheit.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Saunagruppen:
  • Dampfbäder mit hoher und
  • klassische Saunen mit geringer Luftfeuchtigkeit. 
Finnische Sauna | klassische Sauna
Das Synonym für Sauna schlechthin: die finnische Sauna bzw. klassische Sauna

2) Welche Saunaarten gibt es?

Beginnen wir zuerst mir den eher trockenen Saunen.

Die klassische oder finnische Sauna

Sie kommt uns in den Sinn, wenn wir das Wort „Sauna“ hören. Ein gänzlich mit Holz ausgekleideter Raum mit Holzbänken in verschiedenen Höhen und einem Steinofen, der für Hitze sorgt. Auf diesen Saunaofen werden auch die Aufgüsse gegossen, die einem der Saunameister dann mit dem Handtuch oder ähnlichem Gerät zu wirbelt. Ölzusätze im Aufgusswasser sind eher unüblich, dafür werden darin aber oft Birkenzweige (finnisch: Vasta, russisch: Wenik) eingeweicht, die auch zum leichten Abschlagen der Haut verwendet werden können.

Die Temperatur liegt in finnischen Saunen meist zwischen 80 und 100 °C, die Luftfeuchtigkeit zwischen 10 und 30 % (so wird die Hitze erträglich). Die Sauna hat aber auch verschieden heiße Zonen, so liegt die Temperatur im Bereich des Bodens meist um die 40 °C, während sie im Deckenbereich durchaus 100 °C betragen kann. Die Finnische Sauna entschlackt und härtet den Körper ab indem sie das Herzkreislaufsystem fordert. Vorsicht aber, wenn bereits Erkrankungen vorliegen, dann besser vorm Saunagang den Hausarzt konsultieren. Nähere Infos zu Erkältungskrankheiten gibt's in unserem Artikel "Sauna bei Erkältung", wo wir mit Dr. Neumann die wichtigsten Do's und Dont's erörtert haben. Die finnische Sauna gibt es wiederum in verschiedenen Varianten:

  • Die Blockhaussauna ist vor allem in Finnland selbst weit verbreitet. Wenn die Finnen rauskommen, springen sie zur Abkühlung auch gern mal in einen eisigen See oder zumindest in den Schnee.
  • Die Erdsauna besteht aus einer in den Boden eingelassenen Wanne, die von Saunasteinen umrahmt wird. Darüber schließt sich eine Blockhütte, wo der Saunaofen stets befeuert wird.
  • Die Rauchsauna wiederum leitet den Rauch des Feuers nicht in einen Kamin, sondern über Löcher in den Wänden und der Decke nach außen. So heizen sich die Saunasteine im Saunaraum auf. Die Rauchsauna stellt übrigens auch die traditionellste finnische Saunaart dar.
  • Die Stollensauna besteht aus mindestens einer Natursteinmauer und aus mehreren Naturholzbrettern, eben wie ein Bergbaustollen.
  • Die Fasssauna ist eine Saunakabine in Fassform, die vor allem in Außenbereichen zu finden ist. 

Die Biosauna oder Sanarium

Wer es nicht ganz so heiß liebt wie die coolen Finnen, der wird sich wahrscheinlich in einer Biosauna oder einem Sanarium wohlfühlen. Dieses feuchte Warmluftbad ist mit 50 bis 60 °C deutlich kühler als die klassische Sauna und daher auch für Anfänger gut geeignet. In der Regel gibt es hier keinen Aufguss und man kann sich auch etwas länger in der Biosauna aufhalten. Jedenfalls nichts für Finnen.

Die Infrarotsauna oder Infrarotkabine

In der Infrarotsauna fühlen sich auch Neulinge oder Menschen mit Kreislaufproblemen wohl. Denn hier werden bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen (35 bis 50°C) ähnliche Effekte wie in der klassischen, finnischen Sauna erzielt. Kreislauf und Immunsystem werden gestärkt, die Haut besser durchblutet und sogar die Nieren entlastet. Im Gegensatz zur klassischen Sauna wird in einer Infrarotkabine nicht die umgebende Luft erwärmt, sondern es entsteht sogenannte Tiefenwärme im Körper selbst. Man schwitzt nicht so stark wie beim üblichen Saunagang und kann dadurch länger in der Infrarotsauna verweilen und muss sich danach nicht abkühlen. Den Flüssigkeitsverlust sollte man aber trotzdem ausgleichen!

Aber genug von den saunawütigen Finnen, setzen wir unsere Reise durch die Welt der Saunen weiter südlich fort und schauen mal, was die Thermen-Junkies schlechthin, die Römer, in dieser Richtung unternommen haben.
Dampfbad
Das Dampfbad - weniger Temperatur, dafür extrem hohe Luftfeuchtigkeit

3) Welche Dampfbäder gibt es?

Das Caladarium oder römisches Dampfbad

Die guten alten Römer liebten bekanntlich ihre Thermen und dort besonders das obligatorische Dampfbad oder Caladarium. Wie der Name schon sagt, herrscht hier eine Luftfeuchtigkeit um die 100 %, dafür sind die Temperaturen zwischen 40 und 50 °C noch relativ moderat. Das Caladarium wirkt besonders wohltuend auf die Lunge, den Rachenraum und die Bronchien, was es vor allem bei Menschen mit Atemwegserkrankungen beliebt macht. Aber auch für den Saunagang im Wellnessurlaub ist das römische Dampfbad wärmstens zu empfehlen. Denn hier öffnen sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit auch die Poren der Haut.

Das Tepidarium

 Wessen Kreislauf die trockene Hitze der finnischen Sauna und die feuchte Schwüle des Caladariums nicht verträgt, der ist im Tepidarium gut aufgehoben. Ebenfalls aus römischer Zeit überliefert, handelt es sich dabei um einen Wärmeraum, dessen Temperatur knapp über der Körpertemperatur bei 38 bis 40 °C liegt. Dort lässt es sich auch durchaus länger aushalten als in den anderen Saunen, die man nur für 15-20 Minuten besuchen sollte.

Der Hamam

Aus der Türkei kommt der Hamam, ein Dampfbad mit mehreren Räumen, die sich durch Temperaturunterschiede voneinander abgrenzen. Im ersten Raum herrscht meist eine Temperatur um die 50 °C, im zweiten kann man sich dann bei ca. 40 °C erholen, sich im dritten massieren lassen und im vierten Raum Kalt-Warm-Aufgüsse durchführen.

Das Banja

Die russische Version des römischen Dampfbades. 40 bis 45 °C und 100% Luftfeuchtigkeit. Neben dem Schwitzraum gibt es meist einen Wasch- und einen Ruheraum. Um die Blutzirkulation anzuregen, kann man sich mit Birkenzweigen leicht abschlagen. Besondere Spezialität in der russischen Sauna: Der Bieraufguss.

Irisches Dampfbad

Im irischen Dampfbad gibt es im Unterschied zu den anderen Dampfbädern durch die Frischluftzufuhr keine Nebelbildung, aber trotzdem 50 bis 55 °C. Bier gibt es hier keines …

Viele weitere Saunen unterscheiden sich nach Themen, Beleuchtungseffekten oder nach bestimmten Saunaregeln. So kann man sich zum Beispiel mit der ganzen Familie in die Textilsauna begeben und dabei die Badebekleidung anbehalten (mehr dazu in unserem Artikel Kindersauna)
oder Event-Saunen mit Diskolicht besuchen. Den größten Unterschied macht aber meistens die Art des Aufgusses. Daher haben wir auch die hier mal zusammengestellt.
Sauna Aufguss
Der Aufguss - für viele das Highlight beim Saunagang

4) Welche Aufgussarten gibt es?

Zunächst mal kurz erklärt, was so ein Aufguss überhaupt bringt: Wir wissen ja, dass sich die Körpertemperatur normalerweise recht gut über die Haut regeln lässt. Wird es uns zu heiß, dann verdunsten wir einfach Schweiß auf der Haut und werden so die überschüssige Wärme los. Genau das verhindern aber Aufgüsse, denn durch die dabei entstehenden Dampfwolken bilden sich Wasserdampftropfen auf der Haut, die damit keine Chance mehr hat, ihr übliches Ding durchzuziehen. 

Da wir keinen Schweiß bilden können, können wir auch keine Hitze abführen und so ist unser Herz-Kreislauf System einfach stärker gefordert. Der Saunaaufguss intensiviert also den Saunaeffekt und ist oft auch der Höhepunkt des Saunabesuchs.

Dazu gehören auch besondere ätherische Öle, die dem Aufgusswasser beigemengt werden. Zum Beispiel Öle von

  • Fichte
  • Eukalyptus
  • Latschenkiefer
  • Zitrusfrüchten
  • Menthol
  • Minze
  • usw.

Es gibt aber auch noch speziellere Formen des Aufgusses:

  • Bieraufguss: Es riecht angenehm nach frisch gebackenem Brot. Oft wird dazu auch ein wenig (!) Bier getrunken.
  • Fruchtaufguss: Während dem Aufguss wird Obst (manchmal auch gefrorenes) als Erfrischung verteilt. 
  • Salzaufguss: Hier wird mit Salzwasser aufgegossen, was vor allem auf Pollenallergiker und Asthmatiker positiv wirkt. 
  • Honigaufguss: Man reibt sich am ganzen Körper mit Honig ein. Durch die Wärme wird dieser flüssig, duftet und zieht gut in die Haut ein, was reinigend und pflegend wirkt.
  • Eis- und Schneeaufguss: Das Aufgusswasser wird mit Eis oder Schnee vermischt, um den Effekt so zu verstärken, da es so länger und gleichmäßiger verdampft.
  • Erlebnisaufguss: Hier ist erlaubt, was Spaß macht. Witze, Musik, Obst, Getränke und sogar verkleidete Saunameister, die kleine Geschichten erzählen sollen schon vorgekommen sein.
Credits:
Titelfoto Sauna: 123rf.com/profile_anitasstudio

Finnische Sauna: 123rf.com/profile_boggy22

Dampfbad: 123rf.com/profile_ideastudios

Aufguss: 123rf.com/profile_milanmarkovic
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Über den Autor
Johannes Wouk
Johannes Ist ein echter Thermen-Newcomer und geht für thermencheck.com auf Erkundungstour in der großen, weiten Wellness-Welt. Wenn er nicht gerade im Thermalwasser plantscht, entspannt sich Johannes bei einer ausgedehnten Mountainbike-Tour oder einem guten Essen mit einem noch besseren Glas Wein. www.wouk.at
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