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DIE WASNERIN – WO KOPF, HERZ, NABEL UND FÜßE URLAUB MACHEN

AKTUALISIERT AM: 09. September 2026 | Text: Thomas Golavcnik
Ein Hotel wie ein Mensch? Klingt zunächst ein wenig ungewöhnlich. Doch in der WASNERIN im Ausseerland bekommen Kopf, Herz, Nabel und Füße tatsächlich ihren eigenen Platz. Ich habe mir angesehen, warum dieses Adults-only-Hotel bewusst anders tickt und weshalb man hier zwischen Bergpanorama, Büchern und Bademantel besonders gut “auszeiteln®” kann.

ANKUNFT – EIN KRAFTPLATZ MIT 360-GRAD-AUSSICHT

Ich muss ja zugeben, dass ich mich auf diesen Hotelbesuch im Vorfeld schon ganz besonders gefreut habe, da ich die Region bzw. das Salzkammergut für einen ganz besonderen Schatz in Österreich halte. Das Hotel liegt oberhalb von Bad Aussee auf einem Hochplateau. Rundherum Berge, Natur und jede Menge Weitblick. Genau so, wie ich es eben mag. Hinter mir der Dachstein, vor mir der Loser – die Auszeit kann kommen!

Lass dein Auto zuhause

Wenn du mit dem Zug anreist wartet ein einzigartiges Angebot auf dich, denn du wirst vom hauseigenen Concierge direkt vom Bahnhof abgeholt, zum Hotel gebracht und als Draufgabe kannst du auch noch über deine Verbleibdauer gratis ein hauseigenes E-Auto oder E-Bike ausleihen und damit das Salzkammergut erkunden. Einfach praktisch – einfach gut.
Natürlich wusste ich bereits vor meiner Reise, dass es dieses Angebot gibt, deswegen konnte ich diesmal gar nicht anders als mit dem Zug anzureisen und wie versprochen hat mich der Concierge schon mit einem “DIE WASNERIN”-Schild empfangen und mich sicher zur Unterkunft manövriert. 

Das historische, denkmalgeschützte Stammhaus sieht man schon vom Weiten. Es wurde bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Einst war es die letzte Herberge vor dem Pass, später Gasthof und k. u. k. Café-Wirtschaft. Heute trifft DIE WASNERIN auf moderne Architektur, viel Holz, Glas und Stein. Es wirkt aber nicht wie ein zusammengewürfelter Hotelkomplex, sondern im Gegenteil sehr harmonisch und mit klarem Konzept. Ein Ort zum “auszeitln®” eben.
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Wir haben das Hotel bewusst so aufgesetzt, dass wir uns auf die gute alte Tradition besinnen, aber das Ganze trotzdem mit einer gewissen Modernität, mit gewissen Trends verbinden, sodass es einfach ein Platz zum “auszeitln®” ist. Ich habe mir ja dieses Wort „auszeitln®“ vor Jahren schützen lassen. Jetzt schreibt jeder von Auszeit. Wir waren damals die Ersten.
– Petra Barta, Geschäftsführerin

DAS KONZEPT – VOM KOPF BIS ZU DEN FÜSSEN

Das Besondere an der WASNERIN ist der Gedanke hinter dem gesamten Haus. Im Gespräch mit Geschäftsführerin Petra Barta stellt sich heraus, dass das Hotel wie einen Menschen gedacht ist, der auf dem Hochplateau in der Wiese liegt mit vier abgetrennten Bereichen. 

Der Kopf befindet sich im historischen Stammhaus. Hier wohnen Geschichte, Geist und Literatur: mit Bibliothek, Literatursuiten und Orten zum Lesen und Nachdenken. Das Herz schlägt im offenen Übergang zum modernen Teil und rund um die Bar. Hier begegnen sich die Menschen, hier wird geredet, gelacht und bei Musik- oder Kulturabenden gemeinsam erlebt. 

Der Wellnessbereich trägt den Namen NABEL.DAS SPA. Denn der Nabel steht für die Mitte, das Bauchgefühl und den Ursprung des Lebens. Von hier gehen Treatments, Entspannung, Yoga sowie Angebote rund um Detox und Basenfasten aus. Und draußen, in Richtung Natur und Golfplatz, kommen schließlich die Füße ins Spiel: Bewegung, Erdung und das Gefühl, wieder festen Boden unter sich zu haben. 

Mit diesem Wissen im Hinterkopf will ich meinen Aufenthalt hier beim „Ursprung“ beginnen, nämlich im „Nabel des Hauses“, im Spa-Bereich. Bevor ich das aber mache, beziehe ich noch gemütlich mein Zimmer. Auf geht’s zur Zeitlos-Suite.

DIE ZIMMER – LOSER- ODER DACHSTEINBLICK GEFÄLLIG?

Mein ohnehin schon guter erster Eindruck zieht sich bei den Zimmern fort. Ich schlafe im älteren Teil des Hotels, im Stammhaus, welcher aber definitiv älter ist als er ausschaut. Alle Zimmer in diesem Trakt sind nämlich modern und stylisch eingerichtet. Und was mir dabei besonders gefällt: Die Zimmer sind eine Symbiose aus „Neu“ und „Alt“ und ergänzen sich perfekt. Meines Erachtens bringt meine Suite sogar einen leichten skandinavischen Touch mit sich und ich muss sagen, mir gefällt der Einrichtungsstil außerordentlich gut.

NABEL.DAS SPA – DER WOHL ENTSPANNTESTE NABEL DER WELT

So, jetzt aber auf zum Wellnessbereich. Auf 2.400 Quadratmetern warten hier ein beheizter Innen- und Außenpool, mehrere Saunen, ein Sole-Dampfbad, Rückzugs- und Leseräume sowie Tee- und Vitalbars auf mich. Mein Highlight: Die Schneekabine. Hier schneit es 365 Tage im Jahr. Praktisch, wenn Hallstätter See oder Grundlsee im Sommer zu wenig Abkühlung bringen sollten. 

Besonders angenehm finde ich, dass der Spa nicht nach möglichst vielen Programmpunkten schreit. Man kann schwimmen, saunieren, eine Behandlung buchen oder einfach mit Blick auf die Berge liegen bleiben (sehr empfehlenswert übrigens). Auch Yoga, Meditation, Basenfasten und Detox fügen sich in den Hotelgedanken ein, seine eigene Mitte wiederzufinden. Hier bleibe ich eine ganze Weile – zumindest bis ich mein Buch fertiggelesen habe und ein neues brauche. Zum Glück weiß ich ja, wo ich neue finde.

Tipp: Yoga wird hier zur Lebenseinstellung

Täglich geführte Einheiten von zertifizierten Yogalehrerinnen – sanft, kraftvoll oder meditativ, auf der Matte oder schwebend beim Aerial Yoga – finden hier in der lichtdurchfluteten Yogalounge, in der Natur oder am See statt. Ob als kleine Auszeit oder als Retreat: Die Yogapraxis schenkt neue Balance und Achtsamkeit, die weit über den Aufenthalt hinauswirkt.

LITERATUR – MEIN TIPP ZWISCHEN ALL DEN WELLNESSMOMENTEN

Schaut vor eurem Aufenthalt unbedingt in den Veranstaltungskalender und prüft, ob eine Literaturlesung stattfindet. Literatur ist hier nämlich keine Dekoration fürs Bücherregal, sondern ein fester Teil der Hotel-DNA. In der Bibliothek warten rund 1.000 Bücher, im historischen Stammhaus gibt es Literatursuiten und bei den „Literarischen Momenten“ lesen regelmäßig namhafte Autorinnen und Autoren. 

Genau diese Abende machen DIE WASNERIN zu einem etwas anderen Hotel. Nach Sauna, Abendessen und einem guten Glas Wein nicht einfach nur aufs Zimmer gehen, sondern einer Geschichte lauschen, neue Gedanken mitnehmen und vielleicht selbst wieder Lust aufs Lesen bekommen. Wenn dir so wie mir der Lesestoff ausgeht, bist du hier genau richtig. Wer sein Wunschbuch nicht in der Bibliothek oder im Hotelshop entdeckt, kann es sich sogar von der Partnerbuchhandlung buch&boot aus Altaussee ins Hotel bringen lassen. Mehr Service geht nicht - außer wenn jemand noch das Umblättern übernehmen würde.

MENSCHEN – HIER DARF ES MENSCHELN

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In einem Hotel muss es menscheln. Da geht es um Menschen – auf der einen Seite um die Gäste, auf der anderen Seite um die Mitarbeiter.
– Petra Barta, Geschäftsführerin
Dieser Satz passt zum Haus. Die Mitarbeiter begegnen den Gästen aufmerksam und auf Augenhöhe, während an der Bar, bei Veranstaltungen oder in den gemütlichen Stuben auch schnell Gespräche entstehen können. Gleichzeitig bleibt aber auch genügend Raum für Rückzug.

Dazu passt die Ausrichtung als Adults-only-Hotel. Sie schafft jene Ruhe, die man braucht, um seine Gedanken einmal neu zu ordnen oder um im Ruheraum einzuschlafen, wie in meinem Fall. Fast zwei Stunden habe ich es mir in der Liege gemütlich gemacht und somit fast das Abendessen verschlafen. Na dann nichts wie ab zum Abendessen.

KULINARIK – GENUSS MIT GUTEM BAUCHGEFÜHL

Zum guten Bauchgefühl gehört logischerweise auch gutes Essen. Die Küche setzt auf regionale, saisonale und biologische Produkte, ohne sich dabei unnötig einzuschränken. Das Frühstück dauert bis mittags und am Abend wartet ein mehrgängiges Menü mit verschiedenen Wahlmöglichkeiten.

Auch vegetarische und vegane Gerichte sind nicht bloß eine pflichtbewusste Randnotiz auf der Karte, sondern Teil der kulinarischen Ausrichtung. Der Mix aus Genuss, Gesundheit und Regionalität passt damit genau zum restlichen Haus: bewusst, hochwertig und entspannt. Nach dem Abendessen und meinem „Nachmittagsschlaferl“ bin ich noch nicht müde genug, um mich in mein Bett zu kuscheln. Stattdessen mache ich es mir an der Bar gemütlich und recherchiere, wo ich am morgigen Tag meiner Liebe zum Sport nachgehen soll. Wandern, im See schwimmen oder doch eine Radtour? Ich lasse mir die Optionen offen.

NATUR UND REGION – ALLES KÖNNEN, NICHTS MÜSSEN

Direkt vor der Hoteltür beginnt das Ausseerland mit Bergen, Seen, Wanderwegen und einem Golfplatz. Je nach Jahreszeit geht es zum Wandern, Radfahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern oder auf Skitour. Wer lieber am Wasser bleibt, findet mit Grundlsee, Altausseer See und vielen weiteren Ausflugszielen genügend Auswahl.
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Das Schöne ist: Der Gast muss gar nichts tun. Er kann für sich selbst in diesem Moment entscheiden, was er machen will und was ihm gerade wichtig ist.
– Petra Barta, Geschäftsführerin
Und genau das ist vielleicht der größte Luxus hier. Die Möglichkeiten sind da, aber niemand zählt mit, wie viele davon man genutzt hat. Ein Spaziergang, ein paar Seiten im Buch und danach zurück in den Bademantel gelten genauso als gelungener Urlaubstag wie das volle Aktivprogramm.

FAZIT – EIN HOTEL MIT KOPF UND HERZ

DIE WASNERIN ist tatsächlich ein bisschen anders. Nicht, weil sie zwanghaft ausgefallen sein möchte, sondern weil hinter vielen Details eine Gesamtidee steckt. Geschichte und Literatur bilden den Kopf, Begegnungen das Herz, Wellness den Nabel und die Natur sorgt für Erdung bis in die Füße. 

Dazu kommen Adults-only-Ruhe, ehrliche Gastfreundschaft, ausgezeichnete Kulinarik und ein Bergpanorama wohin das Auge reicht. Mein persönlicher Rat: Verbindet euren Aufenthalt mit einer Literaturlesung und reist mit dem Zug an, damit ihr wirklich das volle „WASNERIN-Erlebnis“ mitbekommt. 

Ich verlasse das Ausseerland jedenfalls mit entspanntem Nabel, leichtem Schritt, vollem Herzen und ein paar neuen Gedanken im Kopf. Und eines weiß ich bereits jetzt: Auf ein Wiedersehen, Frau WASNERIN.
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Über den Autor
Thomas Golavcnik
Thomas liebt es für euch Außen- und Innenbecken zu checken! Er kommt nicht nur in der Sauna ins Schwitzen, sondern auch auf den heimischen Fußballplätzen. Nach dem Match braucht er dann genau drei Dinge – eine gute Massage gegen den Muskelkater, eine nasse Abkühlung und auch gerne mal ein kaltes Bier. Und wo bekommt man das am besten? In Österreichs Thermenlandschaften - wo er für euch die heißesten Tipps und Tricks sammelt. 
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